Wanderinsel Madeira

Wanderinsel Madeira

 

Ein kleiner Bericht zur (Wander) Insel Madeira Mit 4 Stunden Flugzeit schnell und einfach zu erreichen.  Klimatechnisch vergleichbar mit den Kanarischen Inseln, allerdings nicht ganz so beständig. Im Inselinneren regnet es häufiger, dafür ist es aber auch wunderschön grün! Bei der Vorbereitung für Wanderungen muss man unbedingt für alles gerüstet sein, denn durch die Insellage kann sich das Wetter sehr schnell ändern.

Übernachtet haben wir im RIU Palace Madeira – ich habe schon lange kein so schönes und gepflegtes Hotel mehr gesehen! Es ist nicht super modern, dafür aber ein „richtiges“ RIU Hotel mit Flair und Persönlichkeit. Das Personal ist so super freundlich und wirklich liebevoll im Umgang mit den Gästen und auch mit den Speisen – ich war wirklich total begeistert von diesem Haus! Ich habe auch viele Bidler gemacht – wer also Interesse hat… Es gibt mehrmals täglich einen kostenlosen Shuttle-Bus nach Funchal und der örtlich Bus fährt quasi im die Ecke. Transferzeit vom Flughafen mit dem Transferbus ist ca. 15 Minuten, mit dem Mietwagen ca. 10. Parkmöglichkeiten gibt es genug am Hotel.

Der Ort Canico da Baixo ist der Teil von Canico, der direkt am Meer liegt und wo sich die verschiedenen Hotels befinden. Einen direkten Einstieg ins Meer hat allerdings nur das Galomar Resort, für die anderen Hotels gibt es entlang der Promenade die ein oder andere Möglichkeit. Die Hotels haben aber natürlich alle Swimmingpools in den Gartenanlagen. Eine Badeinsel ist Madeira aber nicht, dafür aber die Nachbarinsel Porto Santo. Dort gibt es einen 9 Kilometer langen, feinen Sandstrand – wirklich perfekt zum baden. Ab der kommenden Sommersaison gibt es auch nach Porto Santo Nonstopflüge ab/bis Frankfurt. Eine tolle Möglichkeit – und mein Tipp – ist die Kombination von beiden: 1 Woche wandern auf Madeira und im Anschluss 1 Woche baden auf Porto Santo…

Wir haben – wie eigentlich jeder Besucher der Insel – natürlich auch die Wanderung „25 Fontes“ (25 Quellen) gemacht. Man kann sie als Ausflug bzw. geführte Wanderung machen, aber auch problemlos individuell. Die Anfahrt zum Ausgangsparkplatz ist gut befahrbar, der Parkplatz groß genug für die Menge an Autos. Von dort aus gibt es einen Shuttlebus zum Startpunkt am ehemaligen Forsthaus von Rabacal. Vom Forsthaus ist allerdings leider nicht mehr viel übrig bis auf – immerhin – zwei Toiletten, die aber auch in keinem sehr guten Zustand sind. Auf der Strecke gibt es zwei Touren die sehr gut ausgeschildert sind, eine kürzere mit ca. 1,5 Stunden und dann die eigentliche Tour mit c. 2,5 Stunden. Wenn man beide läuft benötigt man ca. 4 – 4,5 Stunden incl. Pausen. Für etwas geübte Wanderer kein Problem, nur trittsicher und schwindelfrei sollte man sein, denn einige Passagen entlang der Levadas (Wasserläufe) sind sehr schmal und rutschig. Der Rückweg ist durch die vielen Treppen und die Steigungen sehr anstrengend – aber es lohnt sich! Die Quellen und Wasserfälle sind jetzt nicht sooo spektakulär, aber man wird durch tolle Ausblicke und wunderschön grüne Hänge und Wasserwege belohnt!

Eine zweite Wanderung haben wir ein paar Tage später auch noch gemacht – diesmal ging es zur Ponta do Sao Laurenco im Osten der Insel. Alleine die Anfahrt war schon interessant, denn man fährt direkt unter der Start- und Landebahn des Flughafens durch. Der früher durch seine Lage sehr gefährliche Flughafen von Madeira wurde vor ein paar Jahren durch Gelder der EU ausgebaut und die Bahn verlängert. Diese Wanderung ist der absolute Kontrast zu unserer ersten und fast allen Wanderungen auf der Insel. Diese Landzunge ist absolut karg, es wachsen nur ein paar kleine Pflanzen und man läuft die ganze Zeit in der prallen Sonne. Dafür sind die Ausblicke auf die steile Nordküste spektakulär! Hier kann man verfolgen, wie schnell die Wolken kommen, wie schnell es regnet und wie das Meer an die steilen Klippen peitscht – und wie schnell auch wieder die Sonne scheint. Faszinierend! Leider gibt es bei allen Wanderungen keine Einkehrmöglichkeiten, wie man das aus anderen Ländern kennt – man muss sich seine Verpflegung immer mitnehmen!

Mindestens einmal muss man auch nach Funchal – der Hauptstadt der Insel. Mit 110.000 Einwohner die größte Stadt der Insel und mit ihrem kolonialen Charme wunderschön! Sie liegt an der Südküste und steigt vom Meer her die grünen Hänge empor. Die Stadt hat ein einzigartiges Ambiente zwischen britischen Kolonialismus und modernem Lifestyle. Hier pulsiert das moderne Leben in der Fußgängerzone, da liegen Kreuzfahrtschiffe im Hafen, das Casino oberhalb des Hafens lädt zum spielen ein und die riesigen Parkanlagen und Grünflächen lassen einen zur Ruhe kommen. Unzählige Strelitzien – die Nationalblume der Insel – blühen überall und in den Gärten der Quintas findet man noch viele andere exotische Pflanzen – dem Klima sei Dank! Mit der Seilbahn geht es hinauf auf den Berg und wer mag, kann mit einem Korbschlitten wieder hinunter sausen… nicht gerade günstig, aber auf jeden Fall ein Spaß.

Fazit: eine wunderschöne Insel, die man auf jeden Fall mal besucht haben sollte, auch wenn man kein begeisterter Wanderer ist. Spektakulär ist z.B. das Silvester Feuerwerk in Funchal!

Und als Tipp in Kombination mit Porto Santo auch einen zweiten Besuch wert! Das Fährschiff von Funchal nach Vila Baleira fährt täglich mehrmals täglich und benötigt nur 2,5 Stunden.