Wanderwoche in Meran

eine Wanderwoche in Meran Anfang Oktober?

 

Wandern in Südtirol Anfang Oktober? Geht das, oder ist das schon zu spät?

Jeder erzählt uns, die Jahreszeit ist perfekt - da ist es noch schön in Meran, noch richtig warm, zum Wandern also ideal... wir kommen an in strömendem Regen... aber was soll's, das kennen wir ja schon und es kann nur besser werden...

Unser Hotel "Jasmin" liegt in Meran, ist klein und fein mit nur 18 Zimmern, nagelneu renoviert und wird von der Besitzerfamilie liebevoll geführt. Der Chef kocht selbst, immer abwechselnd italienisch und tirolerisch und es schmeckt hervorragend! Gute Weine gibt es in Südtirol sowieso, auch das einheimische Bier schmeckt - perfekte Wahl also.

Am nächsten Morgen sieht das Wetter gar nicht so schlecht aus, wolkig bis heiter, aber trocken - das ist doch in Ordnung. Also machen wir uns gleich zur ersten Tour auf - von Meran zum Schloß Tirol. Unser Hotel liegt ideal direkt unterhalb des Tappeinerweges, die vom Kurarzt und Wissenschaftler Dr. Tappeiner gestiftete Höhenpromenade. Wir steigen das Stückchen auf die berühmte Promade hinauf, gehen Richtung Gratsch, einen Teil des Algunder Waalweges entlang und dann steigen dann ein Stück steil bergauf durch den Wald zum Schloss Thurnergut. Dort erst mal eine kleine Stärkung, bevor es weiter bergauf Richtung Schloss Tirol geht - immer entlang der Apfelplantagen. Von Schloss Tirol aus hat man einen wunderbaren Blick über ganz Meran und Umgebung, es kann besichtigt werden und es gibt eine Falkenshow, die besonders Kinder begeistert. Wir gehen weiter Richtung Dorf Tirol und kehren direkt am Weg in die Jausenstation Sandgrberhof (auch ein sehr bekannter Tprggelekeller!) ein - der Geruch von frisch geräuchertem Speck macht hungrig... Die Südtiroler Marende schmeckt hervorragend und so machen wir uns gut gestärkt auf den Rückweg. Als wir in Dorf Tirol ankommen, fängt es an zu regnen - aber hier haben natürlich auch am Sonntag die Geschäfte auf - es ist ja Wandersaison - und so können wir uns unterstellen, bis es wieder aufhört. Dann marschieren wir weiter, ab jetzt nur noch bergab nach Meran über den Tirolersteig. Er endet am Tappeinerweg, von dort ist es nur noch ein kurzes Stück zurück ins Hotel. Wer es bequemer haben möchte - es geht auch eine Gondel von Meran nach Dorf Tirol und umgekehrt...

Am nächsten Morgen sind die Gärten von Schloss Trautmannsdorf unser Ziel - ein MUSS, wenn man in Meran ist. Man kann mit dem Bus dorthin fahren, wir entscheiden uns aber zu laufen. Ab der Passeier-Promeade vor dem Kurhaus in Meran beginnt der Sissi-Weg - er führt erst über die Passer, dann durch den Ortsteil Obermais aus dem ORt heraus durch unendliche Apfelplantagen, vorbei an Schloss Rottenstein (ehemaliger Aufenthaltsort von Sissi) und Schloss Rubein (hier hat die Gefolgschaft der Kaiserin gewohnt, wenn sie in Meran war) zum Schloss Trautmannsdorf. Die Gärten sind beeindruckend, im Frühling sicher noch mehr als jetzt im Herbst. Alle Kulturen der Erde werden hier abgebildet und überall begegnet man Kaiserin Elisabeth von Österreich. Das Schloss selbst kann auch besichtigt werden - hier ist das "Touriseum", das Muesum für Tourismus. Es zeigt die Anfänge des Tourismus in Südtirol und geht bis in die Zukunft. In den Räumen des Schlosses wird vom Aufenthalt Sissis in Meran un dem Schloss selbst berichtet - es ist wie eine Zeitreise.

Der dritte Morgen sieht ganz gut aus - fast so, als wenn die Sonne rauskommen würde... also entscheiden wir uns für Meran 2000. Mit dem Bus geht es zur Gondel und dann hinauf ins Wander- und Skigebiet. Skigebiet natürlich nur im Winter, soweit sind wir dann doch noch nicht. Generell würde ich dieses Skikgebiet als "gemütlich und für Familien geeignet" bezeichnen, nicht unbedingt für Skifahrer, die anspruchsvolle Pisten haben und viel fahren wollen. Zum wandern ist das Gebiet ideal - nicht zu steil, abwechslungsreich, vielseitig und mit einigen Einkehrmöglichkeiten. Wir wollen zum Kratzberger See... wie sich später herausstellt, ist der Weg zu weit, da wir zu spät losgelaufen sind und es dann zu knapp für die letzte Gondel nach unten wird. Also "nur" bis zum Gipfelkreuz, den letzten Astecher sparen wiruns (leider, denn der Weg sieht interessant aus). Der Weg hinauf ist ziemlich unspektakulär - breit Schotterwege, nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Das letzte Stück ist dann viel schöner und der Weg, den wir runter währen, ist so, wie ich mir Bergwandern vorstelle... weurfeldein, über Stock und Stein und zum Schluss durch dichten Wald! Die beiden Hütten, die wir zwischendurch und am Ende besuchen, sind urig und die Leute sehr nett. Leider können wir kein tolles Panorama genießen, denn das Wetter macht wider Erwarten doch nicht so ganz mit. Am Ende schüttet es aus Eimern, aber Gondel und Bus sind ja überdacht...

Dichter Nebel begrüßt uns am nächsten Morgen - kann ja nur besser werden! Also wieder zum Bus und Richtung Partschins, zum Partschinser Wasserfall. Eintlang der Strecke wieder unzählige Apfelplantagen mit Golden Delizious, Red Delizious und Gala, soweit das Auge reicht, Die Bauern machen sich eilig an die Ernte, denn bei dem vielen Regen und dem kalten Frühjahr ist alles 2 Wochen später dran als sonst. Außerdem kann man den Golden Delizious nur trocken ernten, denn bei Nässe sieht man die Fingerabdrücke auf den Früchten und die Genossenschaften nehmen die Äpfel nicht an...

In der Gondel nach oben behauptet ein Mann, dies wäre der Sonnenberg und gleich würde sich der Nebel verziehen und die Sonne rauskommen... wir marschieren also los Richtung Wasserfall - immer bergab durch dichten Wald. Durch den vielen Regen an den Tagen vorher ist die Strekce ziemlich glitschig und nicht ungefährlich, aber grundsätzlich sehr schön. die unzähligen Naturseintreppen gehen ganz schön in die Beine... nach einer guten Stunde sehen wir den Wasserfall von oben...  unten angekommen, kehren wir erst mal ins Gasthaus Wasserfall ein um unsere Beine etwas zu entspannen. Als wir wieder raus kommen, regnet es in Strömen... nützt ja nichts, wir müssen wieder nach Partschins bis zum Bus..

Nach einer sehr stürmischen Nacht und viel Schnee (!) rings um Meran wollen wir heute nicht wieder durch den Regen laufen und setzen uns in den Bus nach Bozen. Auf der HInfahrt hat uns die Stadt nicht sonderlich gefallen, aber wir sind ja auch nur durch das Industriegebiet gefahen. Umso beeindruckender ist die Innenstadt - klein, schnuckelig, richtig hübsch mit vielen kleinen Geschäften und Lokalen, einer Laubengasse wie in Meran und natürlich mit Ötzi. Und am Nachmittag kommt tatsächlich noch die Sonne raus...

Unseren letzten Tag verbingen wir in Meran, denn am Freitag ist großer Markt in der Stadt und wir möchten ja noch ein bisschen was einkaufen. Daa möchten natürlich nicht nur wir - dementsprechend voll ist der Markt und die Geschäfte, aber ohne den super leckeren Speck, die Kaminwurz und den tollen Käse nach Hause zu fahren, geht gar nciht! Wir bummeln dann noch ein bisschen durch die Laubengasse und entlang der Passeierpromenade und dann kommt zum Abswchied die Sonne nchmal richtig schön durch die wolken - ein versöhnlicher Abschluss unseres Südtirol Urlaubs!

Auf der Rückfahrt über den Reschenpaß fahren wir entlang dick verschneiter Felder erst durch dichten Nebel und ab der Grenze zum Stubaital in strahlendem Sonnenschein nach Hause...

Noch ein kleiner Tipp am Rande: wetter.com hatte für die ganze Woche und jeden Tag aktuell, Sonne voraus gesagt...